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Thomas Reimann

Mikrodigitalisierung

Viele kleine und mittlere Unternehmen hören bei dem Begriff Digitalisierung sofort Schlagworte wie ERP, KI, Cloud-Migration oder sechsstellige Investitionen. Dabei scheitert Digitalisierung oft nicht an der Technik – sondern daran, dass sie zu groß gedacht wird.

Ich glaube deshalb an einen anderen Ansatz: Mikrodigitalisierung.

Mikrodigitalisierung bedeutet, nicht das ganze Unternehmen auf einmal verändern zu wollen, sondern genau dort anzufangen, wo der Alltag heute Zeit kostet:

  • Excel-Listen, die auf mehreren Rechnern liegen.
  • Informationen, die nur in WhatsApp-Chats existieren.
  • Aufgaben auf Haftnotizen oder in Notizbüchern.
  • Wissen, das ausschließlich in den Köpfen einzelner Mitarbeitender steckt.

Statt eines großen Digitalisierungsprojekts wird zunächst ein einziger Prozess digitalisiert – mit einem sofort sichtbaren Nutzen.

  • Aufgaben werden zentral verwaltet.
  • Wissen ist für das ganze Team verfügbar.
  • Informationen gehen nicht mehr verloren.
  • Abläufe werden transparenter und nachvollziehbar.

Der eigentliche Gewinn liegt aber noch woanders: Unternehmen sammeln erste Erfahrungen mit digitalem Arbeiten. Mitarbeitende erleben, dass Digitalisierung ihren Alltag tatsächlich erleichtert. So entsteht Vertrauen – und häufig der Wunsch, den nächsten Prozess ebenfalls zu digitalisieren.

Digitalisierung muss nicht mit einem Mammutprojekt beginnen. Sie kann mit einem kleinen, erfolgreichen Schritt starten.

Genau darin sehe ich die Chance der Mikrodigitalisierung: Sie macht Digitalisierung greifbar, reduziert Berührungsängste und schafft messbare Erfolge, bevor über größere Projekte nachgedacht wird.

Denn am Ende geht es nicht darum, möglichst viele neue Systeme einzuführen.

Es geht darum, Excel-Tabellen, WhatsApp-Verläufe und Zettelwirtschaft Schritt für Schritt durch eine strukturierte digitale Wissens- und Aufgabensteuerung zu ersetzen.

Wie sehen Sie das?

Ist die Zukunft der Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen eher das große Komplettprojekt – oder viele kleine, sofort wirksame Schritte?

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